
Jahrgangsübergreifendes Lernen endlich evaluieren und weiterentwickeln!
Mieke Senftleben, bildungspolitische Sprecherin im Abgeordnetenhaus von Berlin, erklärt zu den aktuellen Diskussionen über hohe Wiederholer-Quoten und zunehmende Probleme in der Schulanfangsphase:
Der aktuelle Bericht der Bildungsverwaltung an den Landesschulrat verdeutlicht den aktuellen Handlungsdruck des Senats bei der längst überfälligen Evaluation und Weiterentwicklung des Jahrgangsübergreifenden Lernen (JüL). Viele Kinder bringen offenkundig nicht mehr die nötigen Kompetenzen mit, um die Schuleingangsphase nach den üblichen zwei Jahren zu absolvieren, und das ist ein bildungspolitisches Armutszeugnis für Senator Zöllner und seine Bildungsverwaltung.
Meine Fraktion fordert im Namen der Berliner Schüler, dass der Bildungssenator das jahrgangsübergreifende Lernen endlich evaluiert, um den Schulen pragmatische Änderungen zu ermöglichen. Jetzt schon gilt es, die Wiederholquoten nach Schulen und Bezirken aufzuschlüsseln, um eine inhaltliche Diskussion führen zu können.
Wir brauchen den Vergleich von Schulen, um zu identifizieren, unter welchen Bedingungen welche pädagogischen Konzepte funktionieren. Bis zur abgeschlossenen Evaluation von JÜL muss den Schulen eine freiwillige Durchführung von JÜL ermöglicht werden. Mit dem Wiedereinführen der vormals verbotenen Rückstellung von Schülern ist ein erster Schritt gemacht, wie beispielsweise in einer verbindlichen Vorklasse Förderdefizite aus der vorschulischen Bildung aufgefangen werden können.
Wenn sich ein Bildungssenator angesichts katastrophaler Ergebnisse einer von ihm verpflichtend eingeführten Reform wie der des jahrgangsübergreifenden Lernens (JüL) öffentlich lediglich ratlos darauf zurückzieht, dass „es nach wissenschaftlichen Untersuchungen theoretisch funktionieren müsste" wird er seiner Verantwortung und Funktion als oberster Qualitätssicherer für die Berliner Schulen nicht gerecht.
Der Senat verfügt nach fast 20 Jahren Erfahrungen mit jahrgangsübergreifenden Lernen immer noch nicht über belastbare und verwendbare Evaluationsergebnisse, die für Lehrer und Schulen hilfreich aufzeigt, wie jahrgangsübergreifenden Lernen unter welchen Bedingungen für die Schüler gewinnbringend praktiziert werden kann. Hier steht der Senat in eindeutiger Bringschuld."
Den aktuellen Antrag der FDP-Fraktion finden Sie hier:
Bildungsqualität verbessern: Sprachförderung und jahrgangsübergreifendes Lernen evaluieren!
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