Berlin kann nicht warten.
 
PM-Nummer: 321/2008
23. Dezember 2008

Gesundheitsausschuss befasst sich mit geplanter Schließung der Abteilung für Reproduktionsmedizin

Kai Gersch, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, erklärt zur geplanten Schließung der Abteilung für Reproduktionsmedizin der Charité:

„Mittlerweile gelingt es Reproduktionsmedizinern, mehr als jedem zweiten früher als aussichtslos steril geltendem Paar mit modernen Methoden zum Kinderglück zu verhelfen. Die modernen Methoden der Fortpflanzungsmedizin erfordern aber hoch qualifizierte Spezialisten und eine adäquate Infrastruktur. Es ist mir unverständlich, warum in einem weltweit so stark beforschten und klinisch so erfolgreichen Sektor ausgerechnet die Charité ihre Abteilung für Reproduktionsmedizin schließen will, während sie gleichzeitig internationales Renommé anstrebt und in vielen Bereichen auch verdient. Ich begrüße ausdrücklich die finanziellen Konsolidierungsbemühungen des Charité-Vorstands. Auch halte ich die Mittelzuweisung nach dem Kriterium der wissenschaftlichen Produktivität für richtig. Vor diesem Hintergrund sind eine ehrliche Analyse der Strukturen defizitärer Abteilungen und die konstruktive Behebung ihrer Ursachen gerade in einem Feld mit hohem Innovationspotenzial sinnvoll. Wenn hier der wissenschaftliche Output als ungenügend bezeichnet wird, so liegt dies nicht an der Unergiebigkeit des Themas, sondern an der Organisation der Abteilung. Die radikale Streichung dieses Leistungsangebotes aus der Berliner Universitätsmedizin halte ich angesichts der seelischen Belastung kinderloser Paare, des wissenschaftlichen Potentials, der hohen Erfolgsraten und der demografischen Entwicklung in unserer Stadt für falsch. Die Krankenversicherungsträger sind hier gefordert, eine adäquate Kostendeckung zu gewährleisten. Die Charite muss die Entstehung des Defizites rechnerisch klar darlegen. Ich fordere den Vorstand der Charité und den Senat auf, sowohl Finanzierung als auch wissenschaftliche und wirtschaftliche Konzepte zu überdenken statt die Abteilung kurzerhand und zum Schaden dieser Stadt zu schließen. Deswegen habe ich die Beratung des Themas im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses beantragt.“    

Kai Gersch | Spandau

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