Berlin kann nicht warten.
 

Ärzte

Angestellte wie niedergelassene Ärzte sind durch schlechte Arbeitsbedingungen und ein hohes Maß an Bürokratie oft stark belastet. Der Beruf, den die meisten Mediziner mit großem Idealismus ergreifen, verliert nicht selten durch eklatante personelle, materielle, organisatorische und Ausbildungs-Defizite an Attraktivität. Die weit überwiegende Zahl der Mediziner stellt aus ethischem Verantwortungsbewusstsein die Versorgung der Patienten trotz erheblicher Zumutungen so gut wie möglich sicher. Mangelhafte Arbeitsbedingungen und inadäquate, qualitätsneutrale Vergütungssysteme bergen Risiken für Patienten und für einen Berufsstand, der seit vielen Jahren in ungebrochener Tendenz immer öfter seine Zukunft im Ausland oder außerhalb der Krankenversorgung sucht.

Die Gesundheitspolitik der letzten Jahre gefährdet im Bereich der niedergelassenen Ärzte nicht nur die wirtschaftliche Existenz vieler Praxen, sie bedroht auch massiv die Therapiefreiheit. Die Budgetanhebung im Jahr 2009 bedeutet für die Berliner Praxen der meisten Fachrichtungen lediglich eine Dämpfung der Einbußen, die durch Nullrunden, Inflation und Kostensteigerungen in den vergangenen Jahren entstanden sind.

Für angestellte Ärzte im Bereich der stationären Versorgung sind Defizite in der Arbeitszeiterfassung, der Weiterbildungsqualität, der verlässlichen Darstellung von Krankenversorgung, Forschung und Lehre in Dienstplänen an Universitätskliniken, einer zeitgemäßen Gestaltung der Hierarchien und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf verantwortlich für die abnehmende Attraktivität des Berufes. Die Weiterbildung zum Facharzt als Vertragsgegenstand und moderne Arbeitszeitmodelle sind für eine langfristige Sicherung der medizinischen Versorgung unabdingbar.

Zudem müssen Ärzte von administrativen und infrastrukturellen Aufgaben entlastet werden, um diese Zeit den Patienten widmen zu können. Die Abläufe in der Krankenversorgung müssen in sinnvoller Weise unter Berücksichtigung der spezifischen Qualifikationen der pflegerischen, medizinischen und administrativen Mitarbeiter strukturiert werden.
Die fortschreitende Abnahme der Attraktivität des Arztberufes geht direkt zulasten der Patienten. Die FDP-Fraktion misst deshalb einer qualitätsorientierten Restrukturierung der Abläufe, der Entbürokratisierung des Gesundheitssystems und dem Interesse der Ärzte, ihren Beruf unter angemessenen Bedingungen ausüben zu können und damit die Patienten qualitativ hochwertig versorgen zu können, eine besondere Aufmerksamkeit zu.